Chronik

Der Name „Tullnerpach“ wird zum ersten Mal 1565 erwähnt. Aus einzelnen kleinen Holzhauersiedlungen entwickelte sich nach dem Bau der Kaiserin Elisabeth-Westbahn (1858) eine der beliebtesten Sommerfrischen der Wiener Bevölkerung.

1873 trennte sich Tullnerbach von Pressbaum und wurde eine eigenständige Gemeinde.

Damals - wie heute - machten das angenehme Klima des Wientales sowie die Ruhe und die Nähe zu Wien, Tullnerbach zu einem begehrten Wohngebiet.

Am 4. November 1973 fand der Festakt im Norbertinum mit der Überreichung der Markterhebungsurkunde durch den damaligen Landeshauptmann Ökonomierat Andreas Maurer statt.

Tullnerbach ist seit 1973 Marktgemeinde und seit 1998 Mitglied des Klimabündnisses Österreich.

Bisher gab es 18 Bürgermeister der Marktgemeinde Tullnerbach.

Die Gemeinde Dorfprozelten am Main (Unterfranken/Bayern) ist seit 1974 Partnerstadt Tullnerbachs.

Die Marktgemeinde Tullnerbach besteht aus drei Ortsteilen

Foto vom Ortsteil LawiesDie Lawies wird durch ihren bemerkenswerten Bestand an historistischen Villen aus der Zeit von 1875-1910 samt den dazugehörenden großen Gärten geprägt.

Im Jahre 1635 wurde erstmals „Labiwießen“ in einem Berg- und Wälderverzeichnis des kaiserlichen Forstamtes Auhof erwähnt.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich außer einigen Landwirtschaften, einem Gasthaus und einem Forsthaus keine nennenswerte Besiedlung.

Entlang der Hauptstraße siedelten sich einige Gewerbebetriebe an und Sommervillen wurden errichtet. Oberhalb der Bahn entstand ein vornehmes Villenviertel.

Um 1870 wurden Parzellierungen vorgenommen, Straßen angelegt und einzelne Häuser errichtet. Zwischen 1870 und 1900 entstanden auf der oberen Lawies 45 Villen, ein Hotel und 2 Geschäftshäuser.

Das „Norbertinum“ wurde 1881-1890 als „Knaben-Waisen-Asyl“ vom Katholischen Waisen-Hilfsverein in Wien nach den Plänen von Architekt Richard Jordan errichtet und stand bis 1938 unter der Leitung der Schulbrüder.

Am 2. Juli 1901 unterbrach Kaiser Franz Josef I. um 8.06 Uhr seine Reise nach Bad Ischl um das Norbertinum zu besichtigen. Seit 1947 befindet sich hierin die Landwirtschaftliche Fachschule.

Das Irenental hingegen besticht durch die Schönheit der Landschaft: Wiesen, Felder, Obstgärten und Wälder - bewirtschaftet von den einheimischen Bauern.

Bis um 1890 finden sich die Bezeichnungen „Ober Tullnerbach“ und „Hinter Tullnerbach“ für das Gebiet um den heutigen Wundererplatz, sowie Unter Tullnerbach, später „Vorder Tullnerbach“, für die Gegend zwischen Erlschachen und Brettwieserstraße.

Der Name „Irenental“ scheint erst ab dem Jahr 1880 auf, wobei die Herkunft ungeklärt ist.

Im Jahre 1791 errichtete das damalige k.k. Waldamt die einklassige I. Volksschule, welche von ca. 15 Kindern besucht wurde. Sie wurde im Jahre 1967 aufgelassen.

Blick über das Irenental zur Kirche Maria SchneeAm 16. Juli 1900 wurde der Grundstein des Gotteshauses im secessionistischen Stil am Südhang des Riedanleitenberges gesetzt.
Nach einjähriger Bauzeit wurde die Kirche am 16. Juni 1901 dem Hl. Antonius von Padua geweiht.

Das Irenental war ein beliebtes Ausflugsziel der Kaiserin Elisabeth, die im damaligen Gasthaus Hiettler (Irenentalstraße 60) mehrmals einkehrte.

Beim Haus Irenentalstraße Nr. 60 befindet sich ein Gedenkstein für Kaiserin Elisabeth, die zuletzt 1891 hier weilte (1903 errichtet).

1904-1997 bestand das Kloster der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul, ab 1955 mit angeschlossenem Pensionistenheim.

Um 1460 wurde das Franziskanerkloster „Paradies am Riederberg“ erbaut. Die einschiffige spätgotische Kirche, die der Mutter Gottes und dem hl. Laurenzius geweiht war, wurde nach dem Brand von 1509 etwas umgebaut.

Am 26. September 1529 wurde das Kloster von den Türken zerstört, wobei 18 Klosterbrüder getötet wurden. Seither sind weder Kloster noch Kirche wieder aufgebaut worden.

Untertullnerbach, direkt an der Bundesstraße 44 gelegen, ist der kleinste der drei Tullnerbacher Ortsteile.

Markant ist die am Eingang zum Irenental liegende Villenansiedlung (1906-1913) auf dem sogenannten Postberg – seinen Namen bekam er durch die Postvilla, die um die Jahrhundertwende vom Architekten und Baumeister Franz Peydl erbaut wurde.Wienerwaldsee

Dieser Ortsteil liegt beim Wienerwaldsee mit seiner beliebten Promenade und dem Skaterplatz.